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Warum E-Books auf dem deutschen Buchmarkt noch immer bei nur 1 Prozent liegen

Während in den USA E-Book-Verkäufe mittlerweile über 20 Prozent des Umsatzes der Buchverkäufe einnehmen, liegt Deutschland noch immer bei ungefähr nur einem Prozent. 

Businessweek zählt ein paar Gründe auf. Neben dem höheren Mehrwertsteuersatz für E-Books (19 statt der üblichen sieben Prozent für Bücher auf Papier) und der Buchpreisbindung spielen auch sentimentale Sichtweisen eine Rolle:

Perhaps because of their deep attachment to the printed word, many Germans believe they simply cannot read as well on digital devices, despite proof to the contrary. A 2011 Johannes Gutenberg University Mainz study found virtually no difference in reading speed or retention when test subjects read from paper vs. digital screens. Nevertheless, the German test subjects insisted that they were better at reading from paper.

Ein weiterer Grund liegt auch ganz klar im Vorgehen der deutschen Buchverlage. Ich besitze ein Amazon Kindle und bin froh, dass mein Account mit dem US-amerikanischen Kindlestore verbunden ist. Denn während im deutschen Kindleangebot vergleichbar gähnende Leere herrscht, kann ich im US-Kindleangebot wenigstens E-Books erwerben. Der niedrige Prozentsatz dürfte auch damit zusammenhängen, dass diejenigen wenigen deutschen E-Book-Konsumenten also bewusst gar nicht auf Deutschen E-Book-Marktplätzen einkaufen. Mein E-Book-Etat ist bis dato ausnahmslos in die USA gewandert.

Das alles natürlich auch dank des DRMs, auf das die Verlage mehrheitlich noch bestehen und das die Handlungsspielräume der Kunden stark einschränkt und den Lock-in der Plattformen stärkt.. 

Eine Folge dieses Angebotswirrwarrs: Ich habe Angst, dass mein Kindle-Account zwangsverschoben wird und mache deshalb nicht sonderlich viel damit; abgesehen von vorsorglichen Hamsterkäufen in den USA.

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